Gemeinde Bellenberg

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Das "alte" Bellenberg

Nach neuesten Erkenntnissen Grabungsfunde aus der Zeit vor 3500 Jahren bei der Ziegelei im Zeitraum von 1983 bis 1987

Zu Beginn der Ausgrabungen auf den Schwarzäckern am nördlichen Rand der Lehmgrube der Ziegelei im Jahr 1983 fanden sich sechs Pfostenspuren eines kleinen Hauses. Eine frühe Höhensiedlung über dem Illertal schien entdeckt zu sein. Die in großer Zahl gefundenen Scherben stammen aus der Mittelbronzezeit (etwa 1500 bis 1300 v. Chr). Interessant war vor allem herauszufinden, ob die Funde, insbesondere die "Henkeltasse", auch am Fundort selbst in einem Töpferofen gebrannt worden waren. Die Untersuchungen ergaben, daß die Henkeltasse aus dem in Bellenberg anzutreffenden Lößlehm B 4 hergestellt worden war.

Höhensiedlung oder Kultstätte

Neben Überresten aus der Mittelbronzezeit kamen bei den von der Heimatpflegerin Dr. Emma Pressmar geleiteten Ausgrabungen, an denen auch Altbürgermeister Johann Zeller einen großen Anteil hat, auch viele Fundstücke anderer Zeitepochen zum Vorschein. So Überreste von kerbschnittverzierten Gefäßen der Spätbronzezeit (etwa 1300 bis 1200 v. Chr) und der Urnenfelderzeit (etwa 1200 bis 900 v. Chr). Schließlich konnten noch Teile von Gefäßen der späten Hallstattzeit (ca. 600 bis 500 v. Chr) sichergestellt werden. Die Funde wurden von der Prähistorischen Staatssammlung München restauriert und zu jenen kompletten Gefäßen zusammengesetzt, die jetzt im Heimatmuseum in Illertissen zu besichtigen sind. Eine besondere Entdeckung waren große, zum Teil rechteckige Ansammlungen von Steinen (bis zu 1 130 Stück). Dabei handelt es sich um flache Kochgruben, in denen für eine große Anzahl von Menschen die Nahrung zubereitet werden konnte. Außerdem konnten Breireste und Reste von gesäuertem Brot an Scherben festgestellt werden, die bereits aus der Bronzezeit stammen. Es fanden sich auch Spuren von Knochenresten. Die Untersuchungen ergaben, daß es sich um menschliche Knochen handelt, so daß Brandbestattungen nicht auszuschließen sind.

Gefäße, die bei den Ausgrabungen auf den Schwarzäckern gefunden worden sind. In der Mitte die Henkeltasse aus der Mittelbronzezeit.

Der Rathausbrunnen

Geschaffen 2001/02 in der Steinmetz- und Bildhauerwerkstatt August Weber in Erbach. Anlass war der Abschluss der Umgestaltung der Memminger- und Ulmer Straße (St 2031).

Die beiden Figuren

„Cunrat der Bellenbaerger“, der 1302 als Zeuge beim Verkauf eines Meierhofes in Laugna bei Wertingen für die erste urkundliche Erwähnung von Bellenberg sorgte. Ein Kelte als Bronzegießer in der bronzezeitlichen Siedlung oberhalb der Ziegelei (15 Jh. v. Chr.). Die torähnlichen Säulen stellen „Tore zur Geschichte“ dar. Die Gemeinde dankt ihrem Ehrenbürger Guido Oberdorfer, der diesen Rathausbrunnen mit einer namhaften Spende gefördert hat. Diese Tafel wurde vom Landkreis Neu-Ulm anlässlich der 700-Jahr-Feier der Gemeinde gestiftet.

Bellenberg, 12. Juli 2002

Funde in Bellenberg

Dreizehiges Urpferd, Alter 17 Mio. Jahre - geschlossene Zahnreihen -
Dreizehiges Urpferd, Alter 17 Mio. Jahre
Dreizehiges Urpferd, Alter 17 Mio. Jahre - Teil des Unterkiefers
- geschlossene Zahnreihen -
Dreizehiges Urpferd - Schädelteil
Dreizehiges Urpferd, Alter 17 Mio. Jahre - Teil des Unterkiefers
Kurzschwert aus  der Zeit des Bauernkrieges (16. Jahrhundert)
Dreizehiges Urpferd - Schädelteil